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Asien: Erneuerbare Energien können Wachstum in Schwellenländern stützen

Von Krishan Dutt

KUALA LUMPUR (IDN) – Bei der künftigen Entwicklung in Südostasien, China und Indien werden erneuerbare Energien aller Voraussicht nach eine wichtige Rolle spielen. Das geht aus einem gemeinsamen Bericht des in Paris ansässigen Entwicklungszentrums der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OSZE), der UN-Wirtschafts- und Sozialkommission für Asien und den Pazifikraum (ESCAP) und des Asiatischen Entwicklungsbankinstituts hervor, der den asiatischen Schwellenländern für 2015 und die folgenden fünf Jahre ein robustes Wachstum vorhersagt.

Der Report mit dem Titel 'Economic Outlook for Southeast Asia, China and India' bekräftigt die Notwendigkeit einer nachhaltigen Entwicklung, die bereits in der am 19. November von den Staats- und Regierungschefs der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) verabschiedeten Erklärung von Manila hervorgehoben wurde. Das reale Wachstum in den asiatischen Schwellenländern wird für 2015 mit 6,5 Prozent und für den Zeitraum 2016 bis 2020 mit 6,2 Prozent veranschlagt. Das durchschnittliche Wachstum der Weltwirtschaft wird 2016 auf 3,3 Prozent und 2017 auf 3,6 Prozent geschätzt.

In China wird sich das Wirtschaftswachstum dem Bericht zufolge weiter verlangsamen, während es in Indien auf einem der höchsten Stände in der Region bleiben dürfte. Innerhalb des Verbands Südostasiatischer Staaten (ASEAN) werden die Wachstumsraten in diesem Jahr wahrscheinlich 4,6 Prozent und dann 5,2 Prozent im Zeitraum 2016 bis 2020 erreichen. An der Spitze werden laut dem Report unter den ASEAN-5 die Philippinen und Vietnam sowie die so genannten CLM-Länder (Kambodscha, Laos und Myanmar) stehen. Der private Konsum wird demnach wesentlich zu dem Gesamtwachstum beitragen.

Wachstumsbremse China

Um diesen starken Aufwärtstrend fortsetzen zu können, wird die Region über das langsame Wachstum in China hinwegkommen müssen. Die Entwicklung in der Volksrepublik werde weiterhin die Wachstumsperspektiven in der restlichen Region, die Auswirkungen der Normalisierung der Geldpolitik in den USA und das verlangsamte Produktivitätswachstum beeinflussen, wird in dem Bericht gewarnt.

Die regionalen Bindungen zu verstärken, kann entscheidend dazu beitragen, den Aufschwung aufrecht zu erhalten. "Die Region ist weiterhin inneren und äußeren Risiken ausgesetzt. Eine verbesserte Kontrolle mit Hilfe besserer Indikatoren und 'peer learning' kann die regionale Agenda effizienter machen und den Weg hin zu einer globalen ASEAN-Integration erleichtern", sagte OSZE-Vizegeneralsekretär Rintaro Tamaki bei der Vorstellung des Berichts am 20. November in Malaysia.

Wie aus der Untersuchung hervorgeht, sind die wichtigen Strategiebereiche 'grünes' Wachstum und erneuerbare Energien in der Agenda für 2016 bis 2025 bisher nicht angemessen berücksichtigt worden. "Grünes Wachstum und der Privatsektor als Wachstumsmotor werden enorm von der Integrationsagenda profitieren", sagte der Direktor des OSZE-Entwicklungszentrums, Mario Pezzini.

Nachdem die Schwellenländer Asiens in den vergangenen Jahrzehnten ein bemerkenswertes Wirtschaftswachstum erzielt haben, wird dieses Wachstum allerdings auch mit ernsten Umweltproblemen in Verbindung gebracht. Unter den verschiedenen Aspekten der regionalen Integration hat die Marktintegration dem Bericht zufolge auf Kosten anderer Bereiche zu viel Aufmerksamkeit beansprucht.

Grüne Wachstumsstrategie muss auf erneuerbare Energien setzen

"Um das derzeitige Entwicklungsmodell in eine andere Richtung zu lenken, so dass eine gleichberechtigte Teilhabe am Wohlstand und eine verbesserte gesellschaftliche Gleichstellung ohne eine übermäßige Belastung der Umwelt möglich wird, ist es notwendig, die Nachhaltigkeitsziele wieder in Einklang miteinander zu bringen", so der Bericht. "Die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energiequellen, unter anderem durch eine verbesserte regionale Zusammenarbeit, muss ein zentraler Bestandteil der grünen Wachstumsstrategie sein."

Die Staaten der Region werden aufgefordert, ihr beträchtliches Potenzial an erneuerbaren Energien zu nutzen, um die wachsende Nachfrage nach Strom zu befriedigen. Dabei sollte in Betracht gezogen werden, dass Tarife und nicht-wirtschaftliche Barrieren die Integration verlangsamen und Chancen für eine verbesserte Effizienz verhindern.

Laut dem Bericht ist Wasserkraft, die im Mekong-Delta gewonnen wird, eine vielversprechende Energiequelle, die in die gesamte Region exportiert werden kann. Allerdings "müssen Umweltprobleme angegangen und kooperative Lösungen für grenzüberschreitende Bedenken gefunden werden". Nach Ansicht der Autoren des Reports kann die Wirtschaftsentwicklung in der Region durch eine verantwortungsvolle Nutzung der großen Ressourcen erneuerbarer Energien vorangetrieben werden.

Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, dass der geringe Zugang zu Elektrizität in Kambodscha, Laos, Myanmar, Indonesien und auf den Philippinen ein größeres Entwicklungshemmnis ist. Selbst der Teil der Bevölkerung, der Zugang zu Strom hat, verbraucht pro Kopf weniger, als dies nach Erkenntnissen der OSZE in den meisten Staaten der Region der Fall ist.

Der gesamte Bedarf an Elektrizität in der Region dürfte sich im Zeitraum 2009 bis 2030 um etwa 2.300 Terawattstunden erhöhen. Um eine derart hohe Nachfrage ohne verheerende Folgen für die Umwelt zu befriedigen, wird eine umfassende Nutzung erneuerbarer Energien zur Stromerzeugung angeraten. Das Potenzial an Strom aus erneuerbaren Quellen wird in den ASEAN-5-Staaten plus Singapur so hoch eingeschätzt, dass es die gesamte Nachfrage der ASEAN-Region im Jahr 2009 um das 1,8-Fache überstiegen hätte. (Ende/IPS/ck/27.11.2015)

*Dieser Artikel ist Teil eines gemeinsamen Medienprojekts von IPS/IDN mit Global Cooperation Council und Devnet Tokyo.

Bild:

http://www.indepthnews.info/images/ubol_ratana_dam.jpg

Der Ubol-Ratana-Damm – Bild: TrapperFrank, CC BY 2.5, Wikimedia Commons.

Link:

http://www.indepthnews.info/index.php/global-issues/2564-renewable-energy-can-sustain-growth-in-emerging-asia